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Qualifikationen und Berufsausbildungen der Sicherheitsbranche

  • Autorenbild: Alexander Lukas
    Alexander Lukas
  • 29. Mai
  • 5 Min. Lesezeit

Die Sicherheitsbranche hat eine lange Entwicklung hinter sich. Hat man früher vom „Nachtwächter“, "Pförtner" oder „Rausschmeißer“ gesprochen sagt man heute Sicherheitsmitarbeiter.


Selbstverständlich gibt es auch heute, wie in allen anderen Branchen auch, viele einfache und monotone Jobs in der Sicherheitsbranche. Aber inzwischen gibt es eine Menge Arbeitsplätze die Sicherheitsmitarbeitern sowohl geistig als auch körperlich einiges abverlangen und sehr gut bezahlt werden.


Um ein solcher Profi zu werden und um einmal im Industriewerkschutz eines Chemieunternehmens, in einer kerntechnischen Anlage oder in der Konzernsicherheit eines IT-Unternehmens zu arbeiten wird die Sachkundeprüfung allerdings nicht ausreichen.


Die Sachkundeprüfung ist nämlich nur eine gewerberechtliche Mindestanforderung und keine Ausbildung Man lernt die Grundlagen des Sicherheitsgewerbes und muss nachweisen, dass man seine Rechte und Pflichten kennt und dass man weiß, wann man sich selbst strafbar machen würde. Von einer professionellen Berufsausbildung ist man mit der Sachkundeprüfung noch weit entfernt.

Es existieren zahlreiche Aus- und Weiterbildungen, von denen ich die wichtigsten vorstellen möchte. Außerdem möchte ich die Qualifikationen mit Qualifikationen aus anderen Branchen vergleichen um Dir einen besseren Überblick zu verschaffen.


Das Unterrichtungsverfahren nach § 34a GewO

Die niedrigste Qualifikation ist das Unterrichtungsverfahren nach § 34a GewO (UV34a). Man erlangt es nach einer 40-stündigen Unterrichtung bei der IHK. Am Ende der Unterrichtung findet eine kurze Verständniskontrolle statt aber keine richtige Prüfung. Durchfallen kann man hier nicht. Es ist offensichtlich, dass in einer solchen Unterrichtung nicht mehr als die minimalen Grundkenntnisse vermittelt werden können. Die Unterrichtung ist vergleichbar mit dem Anlernen einer Aushilfskraft in der Industrie oder im Handwerk (Bauhelfer, Hilfsarbeiter).


Sachkundeprüfung nach § 34a GewO 

Für die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO (SKP) muss eine schriftliche und mündliche Prüfung über den Stoff der Unterrichtung und weitere Themengebiete abgelegt werden. Die SKP qualifiziert für Sicherheitstätigkeiten im öffentlichen Bereich und als Führungskraft auf Großveranstaltungen und in Asylunterkünften. Sie erlaubt das Gründen eines eigenen Unternehmens. In Industrie und Handwerk könnte man diese Position mit einem angelernten Arbeiter vergleichen, der jedoch eine Prüfung bestehen muss (z.B. Gabelstaplerfahrer oder Paketfahrer).


Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK)

Die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) ist eine Fortbildungsprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz. Sie befindet sich auf der Rangfolge zwischen der Sachkundeprüfung und dem Meister für Schutz und Sicherhiet.

Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann sich nach 2 Jahren Berufserfahrung im Bewachungsgewerbe zur Prüfung anmelden. Wer keine Berufsausbildung hat, kann nach 5 Jahren zur Prüfung gehen.

Die Prüfung besteht aus zwei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung und wird bei der IHK abgelegt. Der Prüfungsstoff beinhaltet Themengebiete die auch in der SKP geprüft werden, ist jedoch weitaus umfangreicher. Es wird ein Vorbereitungskurs im Umfang von 210 Stunden empfohlen. Mit der GSSK steht Dir der Weg in die Industrie oder in kerntechnische Anlagen offen. Alle Industrieunternehmen die eigenes Sicherheitspersonal anstellen setzen in der Regel mindestens die GSSK voraus. Die GSSK ist vergleichbar mit einem angelernten Arbeiter, der sich zum Facharbeiters qualifiziert hat.


Service- und Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Die Servicekraft für Schutz und Sicherheit (SKSS) und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit (FSS) sind Berufsausbildungen, wie sie auch in Industrie und Handwerk üblich sind. Die Ausbildung zur SKSS dauert zwei Jahre und zur FSS drei Jahre. Die Ausbildung beinhaltet sowohl praktische Arbeit in Sicherheitsunternehmen als auch Berufsschulblöcke. Der Unterricht deckt die komplette Breite der Bewachungstätigkeiten ab. Bei der FSS werden weiterhin kaufmännische Inhalte wie Buchführung, Kostenrechnung und das Erstellen von Sicherheitskonzepten gelehrt. Die Ausbildung qualifiziert zu sämtlichen Verwendungen im Gewerbe. Sie sind das ideale Fundament um später Spezialist und Führungskraft zu werden.


Meister für Schutz und Sicherheit

Der höchste berufliche Abschluss in der Sicherheitsbranche ist der Meister für Schutz und Sicherheit (MSS). Er ist ist vergleichbar mit einem Industriemeister wie dem Meister für Maschinenbau oder Meister für Elektrotechnik. Auch die Meisterprüfung wird durch die IHK abgenommen.


Wer zur Prüfung zugelassen werden will muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • 5 Jahre Berufserfahrung im Bewachungsgewerbe oder

  • eine abgelegte Prüfung zur GSSK und anschließend ein Jahr Berufserfahrung oder

  • eine Ausbildung zur FSS/SKSS und anschließend ein Jahr Berufserfahrung.


Die Prüfung besteht aus zwei Blöcken. Im ersten Block, der Basisqualifikation, werden rechtliche Grundlagen (incl. Arbeitsrecht, Umweltrecht und Teilen des Wirtschaftsrechts), BWL (Kostenrechnung, Unternehmensführung etc.) und Führung und Motivation (Zusammenarbeit im Betrieb) geprüft. Die Basisqualifikation kann zusammen mit anderen Industriemeistern geprüft werden. Hat man diesen Teil bestanden folgt die handlungsspezifische Qualifikation. Hier wird auf sicherheitstypische Themengebiete eingegangen wie Sicherheitstechnik und das Erstellen eines Sicherheitskonzeptes aus einer Sicherheitsanalyse.

Außerdem gehören Personalführung und Personalplanung aber auch Qualitätsmanagement und Organisation zum Rahmenplan.


Um zur Prüfung der handlungsspezifischen Qualifikation zugelassen zu werden muss man außerdem die Ausbildereignungsprüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ablegen.

Der MSS ist die optimale Grundlage wenn man ein Unternehmen gründen möchte. Er qualifiziert dazu, alle Qualifikationen im Sicherheitsbereich ausbilden zu können.

Mit dem MSS erhält man auch einen fachgebundenen Hochschulzugang und darf an Fachhochschulen sicherheitsspezifische Studiengänge studieren. Wer bereits das Abitur hat kann als MSS in Einzelfällen sogar direkt zu einem Masterstudium zugelassen werden.


Hochschulstudiengänge

Die Studiengänge sind sehr vielfältig. Manche bieten ein sehr breit gestreutes Wissen, manche sind auf ein bestimmtes Thema spezialisiert. Hat man nach 6 Semestern das Bachelorstudium bestanden kann man sich anschließend noch einem Masterstudium anhängen. Masterstudiengänge qualifizieren für höchste Führungsaufgaben in Industrieunternehmen, Konzernen oder Internationalen Organisationen und Behörden (z.B. UN oder Europäische Kommission).


Wenn Du Gas geben willst und Dir eine Tätigkeit in der Sicherheitsbranche Spaß macht, stehen Dir in dieser Branche unendliche Möglichkeiten offen. In kaum einer Branche ist es möglich als Facharbeiter Führungskraft über hunderte Mitarbeiter in einer ganzen Region zu werden. In kaum einer Branche kann man als einfacher Arbeiter Gehälter verdienen wie z.B. als Werkschützer in der Chemieindustrie oder in kerntechnischen Anlagen.


Geschenkt bekommst Du natürlich nichts. Aber wenn Du bereit bist hart zu arbeiten kannst Du in der Sicherheitsbranche einiges erreichen.


Welche Ausbildung oder Qualifikation am Ende für Dich die richtige ist musst Du selbst entscheiden. Die erste Hürde um in der Branche Fuß zu fassen ist relativ niedrig.


Dennoch ist das Arbeiten an einem Arbeitsplatz an dem nur Fachkräfte und Meister arbeiten weitaus professioneller und nicht zu vergleichen mit einem Arbeitsplatz der ausschließlich mit 34a-Kräften besetzt ist. Ich kenne beide Welten und bereue keine einzige Weiterbildung die ich bisher gemacht habe.


Um eine Kneipe oder ein Restaurant zu eröffnen benötigt man ebenfalls nur eine kurze Unterrichtung bei IHK und Gesundheitsamt. Dennoch gibt es Menschen die Koch lernen oder einen Meister im Gastgewerbe machen. Nicht weil es notwendig oder verpflichtend wäre, sondern weil diese Menschen an sich selbst den Anspruch stellen etwas besonderes leisten zu wollen. Weil sie ihre Arbeit lieben und eine Weiterbildung für Sie ein Gewinn und keine Belastung ist.


Dadurch gibt es in der Gastronomie eine bunte Vielfalt aus Studentenkneipen, Dönerläden, Currywurstbuden, gutbürgerlichen Gasthäusern, teuren Sternerestaurants, Weinlokalen und Fast-Food-Ketten. Es gibt gut laufende Eck-Kneipen und schlecht laufende Nobelrestaurants und umgekehrt. Ein Restaurant lebt durch die Liebe und die Leidenschaft seines Eigentümers zu seiner Arbeit.

Gleiches gilt für das Bewachungsgewerbe. Mit der Sachkundeprüfung nach § 34s GewO hast Du den ersten Schritt in die Branche gemacht.


Wenn du darüber hinaus durchsstarten willst, solltest du dir unsere Angebot zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (IHK) ansehen.


Erfülle nicht nur die Mindeststandards die vorgegeben sind. Setze selbst Deine eigenen.

 
 
 

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