top of page

Sachkundeprüfung §34a GewO: Warum fallen 60 % durch? – und wie du es besser machst

  • Autorenbild: Alexander Lukas
    Alexander Lukas
  • 6. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

60 % Durchfallquote. Das ist die Realität bei der Sachkundeprüfung nach § 34a GewO – der Pflichtprüfung für alle, die in der privaten Sicherheitsbranche Fuß fassen wollen. Klingt katastrophal. Ist es auch. Aber die Gründe dahinter sind weniger dramatisch, als man denkt – und genau das ist die gute Nachricht.

Denn wer versteht, warum so viele scheitern, kann sich gezielt davor schützen. Die Ursachen lassen sich auf drei zentrale Punkte herunterbrechen.


1. Die Statistik trügt

Ein großer Teil der Durchfallquote entsteht gar nicht im Prüfungsraum, sondern davor. Die IHK berechnet ihre Statistik auf Basis aller angemeldeten Teilnehmer – nicht nur derjenigen, die tatsächlich erscheinen. Das verzerrt das Bild erheblich.

Ein Beispiel: Zehn Personen melden sich zur Prüfung an. Zwei brechen die Bildungsmaßnahme vorher ab – sei es aus persönlichen Gründen, einem Jobwechsel oder schlicht fehlendem Interesse.

Am Prüfungstag selbst fällt einer wegen Krankheit aus, ein anderer steht im Stau oder hatte einen Unfall. Von zehn Angemeldeten erscheinen also nur fünf.

Bestehen alle fünf, rechnet die IHK trotzdem: zehn Anmeldungen, fünf Bestehende – ergibt eine „Nichtbestehensquote" von 50 %. Fällt von den fünf Anwesenden dann noch einer durch, landen wir bei den berüchtigten 60 %. Das klingt verheerend, hat mit der tatsächlichen Schwierigkeit der Prüfung aber nur bedingt etwas zu tun.


2. Mangelhafte Vorbereitung

Der zweite Grund ist so simpel wie ärgerlich: Viele Prüflinge gehen schlicht unvorbereitet in die Prüfung.

Da gibt es den Kandidaten, der dank Glück den schriftlichen Teil gerade so übersteht – und in der mündlichen Prüfung auf die Frage nach seiner Vorbereitung antwortet: „Gar nichts gemacht. Mein Kumpel hat ein Security-Unternehmen und meinte, durch meine Berufserfahrung packe ich das schon." Die besagte Berufserfahrung? Sechs Jahre Kickboxen.

Nun muss man kein Experte sein, um zu ahnen, dass man im Boxring eher wenig über den Unterschied zwischen einem Ionisierungs- und einem Streulichtbrandmelder lernt – oder über berufsgenossenschaftliche Vorschriften zur Unfallverhütung.

Solche Fälle sind keine Ausnahme. Es gibt Sicherheitsunternehmen, die auf ihrer Homepage mit „ausgebildeten Fachkräften" werben, intern aber keinerlei Schulungen anbieten. Der Chef legt zehn Mitarbeitern ein einziges Lehrbuch hin mit den Worten: „Da lest mal rein – in zwei Wochen ist Prüfung." Das ist leider Alltag in Teilen der Branche.


3. Fehlende Sprachkenntnisse

Der dritte Punkt ist der heikelste – aber er muss angesprochen werden: Viele Teilnehmer verfügen nicht über die sprachlichen Fähigkeiten, die der Beruf erfordert.

Für die Unterrichtung nach §34a wird ein Sprachniveau von B1 verlangt. B1 bedeutet, dass man sich in einfachen Alltagssituationen verständigen kann. Für handwerkliche Berufe, in denen die fachliche Kompetenz bereits mitgebracht wird, mag das ausreichen. Doch Sicherheitsarbeit ist Kommunikationsarbeit – und zwar unter Stress.

Wer als Sicherheitskraft arbeitet, muss deeskalieren können. Das erfordert nicht nur Sprachbeherrschung, sondern auch kulturelles Verständnis. Sprache ist der Schlüssel zur Kultur, und kulturelle Kompetenz ist in diesem Beruf keine Kür, sondern Pflicht.

Ein persönliches Beispiel: Als jemand, der selbst im Ausland lebt und Italienisch auf B1-Niveau spricht, kann ich aus eigener Erfahrung sagen – in einer Stresssituation einen Muttersprachler ruhig und deeskalierend anzusprechen, ist mit B1 kaum möglich. Wer in Italien lebt, lernt schnell, dass der Umgang mit Emotionen dort völlig anders funktioniert als in Deutschland. Was in Deutschland als mangelnde Selbstbeherrschung gilt, ist in Italien ein normaler Ausdruck von Lebendigkeit. Solche kulturellen Nuancen erschließen sich nur über die Sprache – und über das Leben in der jeweiligen Kultur.

Für anspruchsvolle Tätigkeiten in der Sicherheitsbranche sollte das Sprachniveau mindestens bei B2 liegen. In der Praxis werden jedoch regelmäßig Teilnehmer mit B1 in Kurse geschickt, die dem Unterricht kaum folgen können. Damit ist das Scheitern vorprogrammiert.


Die Sachkundeprüfung ist kein Hexenwerk

Zum Vergleich: Die Führerscheinprüfung hat beim Erstversuch ebenfalls eine Durchfallquote von rund 60 %. Das Abitur in Baden-Württemberg liegt bei etwa 2 %, das Medizinstudium bei circa 12 %. Niemand würde behaupten, die Sachkundeprüfung sei anspruchsvoller als ein Medizinstudium. Die hohe Durchfallquote spiegelt nicht die Schwierigkeit der Prüfung wider – sondern den Vorbereitungsstand derjenigen, die sie ablegen.

Wer die Sprache beherrscht, sich gründlich vorbereitet und am Prüfungstag fit und pünktlich bei der IHK erscheint, für den ist die Sachkundeprüfung absolut machbar. Es werden die Mindestgrundlagen abgefragt – kein Abschluss in Atomphysik.


Die Formel ist einfach: Sprachkompetenz + solide Vorbereitung + Erscheinen = Bestehen.


Wenn du dich professionell auf die Prüfung vorbereiten willst, dann solltest Du dir unsere Angebote anschauen. Zum Kursangebot Sachkundeprüfung

 
 
 

Kommentare


bottom of page