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Sicherheitsrisiko Kunde.

Darf der Kunde König sein?


Gestern war ich mit meinem Auto im KfZ-Meisterbetrieb. Da die ersten 20.000 km erreicht waren wollte ich die Zündkerzen wechseln lassen.


Der Werkstattmeister sagte, dass es sich um einen Diesel handelt. Ein Diesel hat keine Zündkerzen, sondern Glühkerzen. Und diese halten deutlich länger. Der Auftrag wäre also nicht sinnvoll.


Mein Schwager lies neulich seine Zündkerzen nach 20.000 km wechseln und dieser kennt sich deutlich besser mit Autos aus als ich. Ich bestand auf das Wechseln und fragte den Meister ob er überhaupt Ahnung habe wovon er rede. Der Kunde ist schließlich König.


Dieser erwiderte, dass er Meister mit 20 Jahren Berufserfahrung („beim Daimler g'lernt!“) sei und deshalb ganz sicher weiß, dass ein Diesel Glühkerzen hat. Gerne würde er mir diese für 250,-€ wechseln, wenn dies für mich so wichtig wäre.


Ich erklärte ihm, dass ich bereit bin 70,-€ dafür zu zahlen.


Der Meister meinte trocken, dass die Diskussion beendet sei und dass ich bitte das Gelände verlassen soll, da er sich nicht veräppeln lässt.


Auch bei zwei anderen Werkstätten liefen die Begegnungen ähnlich ab. Bis am Ende eine kleine Hinterhofgarage bereit war die Arbeit auszuführen. 60,-€ ohne Rechnung. Morgen kann ich das Fahrzeug abholen. Scheinbar gibt es doch nicht nur unfähige Faulpelze in der KfZ-Branche.


Sie glauben, diese Geschichte ist völliger Quatsch? Nun, sie ist auch frei erfunden.


Doch genau so werden in Deutschland täglich Sicherheitsdienste kontaktiert. Leider gibt es dort mehr Wachgaragen als Meisterbetriebe.


Ist der Kunde König? Ja, wenn dies bedeutet, dass er nach bester Handwerkssitte und mit höchster Qualität zufrieden gestellt wird.


Allerdings hört ein guter König auf seine Berater, wenn es um Belange geht, in denen er keine Kompetenz hat.


Wie wurde mir einmal in einem Restaurant in Österreich mitgeteilt: "Der Kunde ist hier König - Aber mir san der Kaiser."

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